Das "Ende" einer Ära. Aus lizenzrechtlicher Sicht hat der Rechteinhaber, das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltung, das defacto Standard-Codec für digitale Musik beerdigt.

mp3 war seit seiner Veröffentlichung das Format, in dem Musik digital gespeichert und verarbeitet werden konnte. Trotz seiner verlustbehafteten Komprimierung und der damit einhergehenden Qualitätseinbußen hat die Entwicklung des Formats maßgeblich zu der Art und Weise beigetragen, in der wir heute Musik und Hörbücher konsumieren. Allein die Kompressionsleistung, die bei einem normalen Musiktitel etwa 85% beträgt, machte den Austausch von Audiodateien über das Internet (vor allem, wenn man die damals üblichen Bandbreiten in Betracht zieht) überhaupt erst möglich.

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Die Fähigkeit, Musikdaten in tauschfähiger Größe bereitzustellen, hat eine ganze Industrie geprägt - erwähnt sei an dieser Stelle mindestens das gute alte WinAmp - und unser aller Konsumverhalten nachhaltig verändert. Undenkbar wäre allein der Erfolg des iPod.

Die nun erfolgte Aufkündigung des Lizenzprogramms hat natürlich für den Endanwender keine direkten Auswirkungen. Entsprechende Software ist selbstredend noch immer funktionsfähig, der Blick über den Tellerrand lohnt dennoch. Fraunhofer IIS selbst schlägt in der zugehörigen Pressemitteilung eine Bresche etwa für die AAC-Familie, die unter anderem auch Apple mittlerweile für seine Produkte verwendet.

Jedem Nostalgiker sei abschließend ein Blick auf die Geschichte des mp3-Formats ans Herz gelegt.