Remember the milk vs. Wunderlist

Derzeit wird das Aufgabenverwaltungs-Tool namens wunderlist von den 6wunderkindern ja ziemlich gehyped (z.B. hier, hier und hier). Schick ist es ja, eine iPhone-App gibt es auch. Läuft auf Windows und Mac, sieht auf beiden gleich aus. Aber ist daran irgendetwas besonders? Was das Programm kann, ob es sich lohnt und wie es sich im Vergleich mit Remember the milk schlägt, möchte ich in diesem Artikel beleuchten.

Die wunderlist-Features

Wie es sich für eine anständige Aufgabenverwaltung gehört, kommt wunderlist mit einer recht großen Anzahl an Features. Was die Betriebssystem-Kompatibilität angeht: Neben der iPhone-App steht eine Windows- und eine Mac-Version bereit. Beide sehen hübsch aus, die Funktionalitäten sind auf beiden Plattformen identisch.

Das Interface der Windows-App kommt mit dem typischen iPhone-Look daher. Die rechte Seite beherbergt die frei anlegbaren Listen und ein Suchfeld, die linke Seite dann die eigentlichen Tasks aus der jeweils aktiven Liste.

Programmfenster

Die in dieser Version vom Hersteller integrierten Features sind schon so umfangreich, dass sich das Anlegen einer Liste lohnt:

  • Frei definierbare Listen
  • Frei wählbares Hintergrundbild für das Programmfenster
  • Sortieren der Tasks via Drag & Drop
  • Shortcuts
  • Spezielle Druckansicht der Listen
  • Verschicken von Listen per Mail und über CloadApp
  • Notizen zu den Tasks hinterlegen
  • Collaboration: Gemeinsame Listen mit anderen wunderlist-Nutzern
  • Online-Synchronisation zum Zugriff von unterschiedlichen Rechnern
  • 20 Sprachen

Klingt doch nicht schlecht, oder? Aber betrachtet man es mal realistisch, profitiert wunderlist vor allem vom hübschen Interface. Die Funktionen kann man wohl eher als “basics” betrachten, die jedes Todo-Tool einfach mitbringen muss. Auch bei der Aufmachung der Hersteller-Homepage hat man sich viel Mühe gegeben – typisch für Mac-Anwendungen, finde ich.

Die wunderlist iPhone App

Auch an eine brauchbare iPhone App hat man bei den wunderkindern offenbar gedacht. Eine App für iPhone, iPad und iPod-Touch kann im AppStore kostenfrei heruntergeladen werden. Für Android ist eine entsprechende Lösung ebenfalls in der Mache, wann dieselbe zur Verfügung steht, ist aber nicht bekannt.

We know that you want it. That‘s why we make it. wunderlist is coming for Android? When? Well, when it‘s done.

Aber zurück zum iPhone. Die App synchronisiert sich mit euren Listen auf dem Desktop über den Online-Service der wunderkinder und kommt ebenfalls im schicken Gewand daher. Seht selbst:

Es lassen sich neue Tasks und Listen anlegen, vorhandene be- oder abarbeiten und Notizen etc. hinzufügen. Die Benutzerführung ist eingängig und dürfte kaum jemanden vor Probleme stellen. Allerdings gibt es bisher nur die englische Sprachversion …

Der Vergleich mit Remember the milk

Wie ich in diesem Blog bereits mehrfach erwähnt habe, setze ich persönlich zur Verwaltung meiner Aufgaben noch immer Remember the milk ein. Dem Dienst fehlt zwar noch immer ein aktuelleres Design, aber betrachtet man die reinen Funktionalitäten, so schaue ich gerne darüber hinweg.

Desktop

Alles, was wunderlist kann, bietet Remember the milk schon lange. Und noch viel mehr. Mit den sogenannten Smart Lists lassen sich dynamische Listen an Hand von Suchparametern generieren, über Smart Add fügt man neue Aufgaben inklusive Fälligkeitsdatum, Liste, Dauer, Priorität und Location blitzschnell in einem einzigen Eingabefeld ein. Bei wunderlist bedarf es für dieselbe Funktion schon diverser Klicks. Da Remember the milk im Browser läuft, ist es auf allen Plattformen verfügbar und sieht immer gleich aus. Man hat also jederzeit Zugriff auf seine Tasks.

Darüber hinaus kann man Aufgaben für andere freigeben, öffentliche Listen erstellen und – sehr wichtig – wiederkehrende Aufgaben definieren. Nutze ich zum Beispiel, um mich daran zu erinnern, das Flusensieb unserer Waschmaschine regelmäßig sauber zu machen.

Remember the milk - unerledigte Aufgaben

Weiteres “Killer-Feature”: Die Möglichkeit, auf verschiedensten Kanälen Aufgaben einzupflegen. Ob per Mail, über Twitter, ICQ, Skype oder ein Google (Mail) Gadget – einfacher geht es nicht. Man hat sogar die Möglichkeit, bestimmte Aufgabenlisten im Google Kalender anzeigen zu lassen.

iPhone

Natürlich ist auch eine iPhone-App für Remember the milk am Start. Auch Versionen für Blackberry, Android und Windows Mobile gibt es. Im Notfall kann man auch über eine für mobile Endgeräte optimierte Version der RTM-Website auf seine Aufgaben zugreifen. Ebenfalls nicht besonders hübsch, aber hochfunktional!

Fazit

Eigentlich gibt es – abgesehen vom Design – kaum einen Grund für mich, wunderlist gegenüber Remember the milk vorzuziehen. Deshalb verstehe ich auch den ganzen Trubel um das Tool nur wenig. Ich werde weiterhin bei RTM bleiben und hoffen, dass irgendwann ein hübscheres Interface nachgeschoben wird.

Andere alternative Aufgabenverwaltungs-Tools findet ihr zum Beipiel hier oder hier.

Was meint ihr? Welches Tool setzt ihr erfolgreich zum managen eurer ToDo’s ein?

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11 Kommentare zu “Remember the milk vs. Wunderlist

JürgenHugo:
1. Januar 2011 um 11:53 Uhr

“Was meint ihr? Welches Tool setzt ihr erfolgreich zum managen eurer ToDo’s ein?”

Ähem – ich setze 2 Tools gleichzeitig ein: kleine Zettels + Kuli…ob erfolgreich? Tja, wahrscheinlich genauso viel/wenig wie eine superhochgerüstete Software: hinschreiben ist das eine – machen ist das andere…

Daniel:
2. Januar 2011 um 08:27 Uhr

Mein Problem an der klassischen Zettel und Stift-Methode: Ich vergesse die Zettel ständig irgendwo. Dann hilft mir das mühsam aufgeschriebene leider auch kein Stück .. :-)

Außerdem hilft mir RTM auch bei meiner beruflichen Aufgabenplanung, da kommt doch eine ganze Menge mehr zusammen, als dass es sich über ein Blatt Papier sinnvoll erfassen könnte.

Ist das natürlich bei jemandem nicht der Fall, dann kann man auch mit deiner Methode erfolgreich sein … :-)

Pansai:
11. März 2011 um 17:31 Uhr

Jedes noch so gute GTD-Werkzeug, ob Zettel&Stift oder iPhone-App, muss auch genutzt werden… und damit steht und fällt gutes Zeitmanagement.

Mir geht es mit den Zetteln für Aufgaben ähnlich wie Daniel, allerdings geht nichts über Haftzettel, wenn ich in Lager & Werkstatt Hardware für Kunden markiere. ;)

Die jederzeit und an jedem Ort erstellten Aufgaben in RememberTheMilk (oder Wunderlist oder jeder beliebigen anderen App) sehe ich (automatisch synchronisiert) in meinem Büro sofort in einem ständig offenen Firefox-Tab und arbeite sie auch immer ab.
Das funktioniert prima, ist aber eben auch eine Frage der Disziplin.

Noch einmal einen lieben Dank an Daniel für den guten Blogpost… Full Ack!

Stargazer:
28. April 2011 um 08:51 Uhr

Was mich an solchen Tools bisschen nervt ist, dass man alles im Web irgendwo verstreut hat. Gibt’s da nicht irgendwas, das man selbst hosten kann?

    Daniel:
    4. Mai 2011 um 19:58 Uhr

    Klar gibts da eine Menge Tools – aber keines hat es so richtig drauf :-)

phi:
11. Mai 2011 um 10:49 Uhr

Du willst den entscheidenden Unterschied? Bittesehr:

RTM kostet für Android. WL nicht. Fertig, aus.

Und – das wäre ja noch zu verschmerzen – nicht etwa einen Einmalbetrag von 10-30 € oder $. Nein, die Android-App gibt’s nur für Pro-User und so einer wird man nur im Abo mit 25$/Jahr. Das mag nicht sehr teuer sein, aber das nur für eine Plattform so zu machen ist die klare Botschaft “Wir wollen Euch nicht.”. Also bleibe ich weg.

Android App auch für Basic-User, meinetwegen für einmalig 2,99, 4,99 oder auch 6,99, ich bin dabei. Vorher nicht.

Clara:
29. Juni 2011 um 12:16 Uhr

Ich verwende schon seit ein Paar Wochen Remember the Milk, aber ich bin nicht unbedingt begeistert festzustellen dass das App nicht so bekannt unter iPhone Besitzer ist. Ist es nur ein Zufall oder war die Werbe Strategie so schlecht (das kann ich bin schwer vorstellen) ?

Frank:
22. November 2011 um 15:38 Uhr

Klasse Vorstellung. Ich bin vor ein paar Wochen erst auf Wunderlist aufmerksam geworden. Ein Freund hat mich darauf aufmerksam gemacht, als ich nach einem Tool zum Verwalten von Notizen gesucht habe. Seitdem bin ich dabei geblieben und es ist ein fester Bestandteil meines Smartphones geworden. Es bietet viele Möglichkeiten und ich kann nichts mehr vergessen. Das ist für mich ein sehr großes Plus.

HillMeredith:
19. Dezember 2011 um 23:31 Uhr

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Manu:
28. Dezember 2012 um 03:04 Uhr

Verstehe ich das richtig: Bei RTM gib’s die Google Kalender-Integration nur mit dem Premium-Account? Und wie sieht das dann aus? Nur mit dem .ical-Export? Suche ein Aufgaben-Tool, das für mich automatisch die terminierten Aufgaben in meinen Google Kalender postet. Kann mir jemand helfen? :)


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